Beauty-Tölt… die neue Töltprüfung

Vorab, wir möchten das Rad keineswegs neu erfinden und auch nicht bereits bekannte und bewährte Töltprüfungen ersetzen. Sie haben durchaus ihre Berechtigung, insbesondere im besseren Sportbereich. Wir sehen die Beauty-Tölt-Prüfung als eine schöne und sinnvolle Ergänzung der Ovalbahnprüfungen, geeignet für sowohl Freizeit- als auch (professionelle) Sportreiter, mit der Betonung auf feinem und harmonischem Reiten bei mittlerem Tempo neben den normalen Bewertungskriterien Takt, Ausdruck, Bewegung.

 

Altmeister Walter Feldmann hat schon so einige Neuerungen im Island- und Gangpferdesport auf den Weg gebracht, die heute fester Bestandteil des Turnierprogrammes und der Ausbildungs- und Prüfungsordnungen sind - so entwickelte er u.a. die „natürliche Töltprüfung“, aus der dann die heute bekannte T2 hervorging, führte als damaliger Sportpräsident der FEIF zusammen mit den isländische Kollegen vor vielen Jahrzehnten das Arbeitstempo Tölt ein (bis dahin wurde vorwiegend gerast), schuf den sogenannten „C-Flokkur“ für Freizeitreiter im Gæðingakeppni (mittlerweile auch fester Bestandteil von Gæðingakeppni-Turnieren in Island und Skandinavien), war verantwortlich für die Einführung der Signalreitaufgabe als Bestandteil der IPZV- und IGV-Trainerausbildung und entwickelte die HorseManShip-Prüfungen Aegidienberg.

 

Und nun eben die Beauty-Tölt-Prüfung, welche erstmalig für das vom 04. bis 06.05.2018 stattfindende HMS-Turnier in Aegidienberg ausgeschrieben ist und dann auch beim der vom 13. bis 16. September 2018 zum vierten Mal in Aegidienberg stattfindenden Internationalen Deutschen Gæðingakeppni-Meisterschaft fester Programmbestandteil sein wird.

 

 

Was also kennzeichnet die Beauty-Tölt-Prüfung?

 

  • Es handelt sich um eine leichte Töltprüfung, gegebenenfalls aufgeteilt in eine offene Klasse (startberechtigt ist jeder, vom ambitionierteren Freizeitreiter bis zum Weltmeister, vom Nicht-Profi zum Profi), Amateure (startberechtigt ist niemand, der mit Pferden sein Geld verdient), Junioren, Jugend und Kinder

 

  • verlangt wird:
    • Eine möglichst optimale Vorstellung des Pferdes im Tölt, hierbei sind keine extremen Tempi (kein verkürztes Arbeitstempo und kein Renntempo) erlaubt, der Reiter muss das mittlere Tempo finden, in dem sein Pferd am harmonischsten vorgestellt werden kann.
    • Die Vorentscheidung wird auf einer Hand geritten (Angabe bei Nennung), das Finale auf beiden Händen (begonnen wird linker Hand). Die Dauer der Vorstellung richtet sich nach der Maßgabe der Richter.
    • keine Extraaufgaben wie Tempounterschiede, Reiten am hingegebenen Zügel, Bahnfiguren etc.

 

  • gerichtet wird:
    • Die harmonische, feine Vorstellung der Pferde im taktklaren Tölt in guter, ausdrucksvoller Haltung und rassetypischen, akzentuierten und flüssigen Bewegungen bei mittlerem Tempo. Unschöne Bilder von zusammengezogenen oder weit über Tempo gerittenen Pferden entsprechen nicht unserer Vorstellung einer Beauty-Tölt-Prüfung.
    • Es wird eine Note zwischen 1 und 10, mit Zehntelnoten für den Gang vergeben,
    • sowie als Besonderheit eine Note für die Harmonie der Vorstellung. Diese muss aber in Relation zur Töltnote stehen, soll heißen ein noch so harmonisch gerittenes passiges oder trabiges Pferd wird schlechter bewertet als der schöne Tölter (der auch sonst in einem Töltwettbewerb gewinnen würde), wenn er besonders harmonisch vorgestellt wird.
    • Bei der Vergabe der Note für die Harmonie zählt der Stil des Reiters. Verlangt wird ein geschmeidiger, tiefer Sitz, feine Einwirkung, insbesondere eine leichte Zügelführung sowie willige Mitarbeit des Pferdes. Mögliche Noten sind:
      • 4,0 für eine unharmonische Vorstellung
      • 5,0 für eine durchschnittliche Vorstellung
      • 6,0 für eine harmonische Vorstellung
      • 7,0 für eine besonders harmonische, leichte Vorstellung mit einem Tölt der mit mindestens 6,0 bewertet wurde
      • 8,0 für eine besonders harmonische, leichte Vorstellung mit einem Tölt, der mit mindestens 7,0 bewertet wurde
    • Die Endnote ergibt sich aus dem Mittel der Note für den Gang und der Note für die Harmonie und wird auf eine Stelle hinter dem Komma gerundet.

 

  • Ausrüstung und weitere Bestimmungen siehe FIPO