Soberbio hat sich verabschiedet

Die letzten Jahre verbrachte Soberbio mit seinem Kumpel Primore, dem ältesten Aegidienberger, geb.1981 Die letzten Jahre verbrachte Soberbio mit seinem Kumpel Primore, dem ältesten Aegidienberger, geb.1981

Soberbio MOH

Ein Ausnahmepferd in nahezu jeder Hinsicht. Extrem ängstlich und regelrecht verstört kam er vor vielen Jahren aus Peru, über eine schier endlose Odyssee durch Chile, in Frankfurt am Flughafen an. Er kannte nur zweierlei, entweder angreifen oder vor Angst unter sich machen und sich hinwerfen. Erstmal war nur Weide und Pause angesagt, dann sollte die Ausbildung folgen. Heute würde man sagen, es hat schon eine Menge "Pferdeflüstererqualifikationen" gebraucht. Nach ca. einem Monat intensiver Arbeit kam der Tag an dem ich vormittags mit der Arbeit anfing und nachts gegen 23.00 Uhr draufsaß! Dann folgte Erfolg über Erfolg.

Er war über Jahre das dominierende Pferd im Gangpferdesport. So war er Gangpferd des Jahres bei den ersten Deutschen Gangpferdemeisterschaften in Reken geworden. Seine Materialprüfung hat er mit Bravour bestanden. Ich werde nie den Ausspruch von Dr. Lehmann, langjähriger Leiter des Landgestüts in Warendorf, ein klassischer, ostpreußischer Pferdemann der alten Garde, vergessen: "Er (Soberbio) ist ja keine Schönheit, aber bewegen kann er sich unglaublich."

Nach all dem, kam sicherlich der (verdiente) schönste Teil seines Lebens. Auf den Weiden des GPZ hatte er jährlich mehrere Stuten, die er im Herdensprung belegte. Den Winter über hat er dann mit einem Kumpel auf einer besonders geschützen Weide verbracht.

Danke an alle, die und in all den Jahren unterstützt haben. Soberbio war bestimmt ein Pferd, das eine besondere Menge Leckerli in seinem Leben bekommen und verdient hat. Die müssen da oben mittlerweile eine verdammt gute Gangpferdemannschaft beisammen haben.